TotalEnergies hat im dritten Quartal einen Nettogewinn von 8,3 Milliarden Dollar erzielt, 124 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Konzern profitiert nach Angaben von Le Monde vor allem von außergewöhnlich hohen Raffineriemargen bei Diesel sowie von seinen Handels- und Flüssiggasgeschäften. Die Raffinerie- und Chemiesparte erwirtschaftete demnach allein 3,6 Milliarden Dollar. Für die französische Öffentlichkeit fällt die Bilanz in eine Phase hoher Kraftstoffkosten und einer breiten Debatte über Kaufkraft.
Die Regierung verlangt vom Konzern, Preisvorteile aus der geplanten Freigabe strategischer Dieselreserven ab Anfang November an den Tankstellen weiterzugeben. TotalEnergies verweist seinerseits auf die Versorgungssicherheit Europas und den hohen Einsatz seiner Raffinerien. Politisch trifft die Ergebnisveröffentlichung auf neue Daten zur Belastung durch Steuern und Sozialbeiträge: Nach Eurostat lag die französische Abgabenquote 2025 bei 46,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nach 45,1 Prozent im Vorjahr und höher als in allen anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die Verbindung beider Zahlen liefert der Opposition und Gewerkschaften neue Argumente für Forderungen nach einer stärkeren Besteuerung außergewöhnlicher Unternehmensgewinne.