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Warschau öffnet die Ausgrabungsstätte Miła 18 für Besucher

Freigelegte Keller und mehr als 3.000 Fundstücke erinnern am früheren Standort Miła 18 an Alltag, Verfolgung und Widerstand im Warschauer Ghetto.

Warschau – 30.08.2026: In Warschau ist die archäologische Stätte Miła 18 im Stadtteil Muranów für Besucher zugänglich. Freigelegte Keller ehemaliger Wohnhäuser erlauben einen unmittelbaren Blick auf das Gebiet des früheren Warschauer Ghettos. Das Warschauer Ghetto-Museum ergänzt die Besichtigungen durch eine Freiluftausstellung, die Fundstücke erläutert und die Geschichte des zerstörten Viertels am historischen Ort vermittelt.

Die Grabungsstätte liegt nahe der Kreuzung der heutigen Straßen Miła und Dubois, unmittelbar am Anielewicz-Hügel. Dort befand sich während der deutschen Besatzung ein Komplex aus Verstecken und Bunkern. Er war eng mit der Jüdischen Kampforganisation verbunden, die im April 1943 den Aufstand im Warschauer Ghetto gegen die deutschen Besatzer begann. Am 8. Mai 1943 entdeckten deutsche Einheiten das Versteck an der damaligen Miła 18.

Bei den seit 2024 laufenden Untersuchungen wurden die Keller zweier Mietshäuser aus dem 19. Jahrhundert freigelegt. Die Gebäude trugen früher die Adressen Miła 18 und Miła 20 sowie Muranowska 39 und 41. Sie wurden während des Krieges oder unmittelbar danach zerstört. Nach Kriegsende bedeckte Schutt große Teile des Viertels. Aus diesen Trümmern entstanden die Aufschüttungen von Muranów und der Anielewicz-Hügel, der heute an die jüdischen Kämpfer erinnert.

Nach Angaben des Museums bargen die Archäologen mehr als 3.000 Objekte. Dazu gehören Küchenutensilien, Reste von Kleidung und Schuhen sowie religiöse Gegenstände wie Gebetsriemen und Teile von Leuchtern. Gefunden wurden außerdem Fragmente jüdischer Gebetbücher und anderer Schriften. Die Objekte dokumentieren Verfolgung und Zerstörung, bewahren jedoch ebenso Spuren von Alltag, religiöser Praxis und Bildung der im Ghetto eingeschlossenen Menschen.

Das von den deutschen Besatzern errichtete Warschauer Ghetto war das größte im besetzten Europa. Zeitweise mussten dort Hunderttausende Jüdinnen und Juden unter katastrophalen Bedingungen leben. Deportationen, Hunger, Krankheiten und Gewalt prägten den Alltag. Nach der Niederschlagung des Aufstands von 1943 zerstörten die Besatzer das Viertel systematisch. Deshalb sind selbst unscheinbare Alltagsgegenstände wichtige Zeugnisse einer ausgelöschten städtischen Lebenswelt.

Die öffentliche Präsentation verbindet archäologische Forschung, historische Vermittlung und das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Anders als Fotografien oder Pläne machen die erhaltenen Mauern die räumlichen Verhältnisse sichtbar: die Enge der Keller, die Lage benachbarter Häuser und die Überformung des früheren Straßennetzes durch den Wiederaufbau nach 1945.

Die Freiluftausstellung "Miła – Stand der Dinge" wurde am 20. April 2026 eröffnet und ist laut Museum bis September an der Kreuzung Miła und Dubois zu sehen. Sie informiert über die geborgenen Gegenstände, die archäologischen Arbeiten und die Geschichte des Ortes. Das Warschauer Ghetto-Museum bezeichnet Miła 18 als einen zentralen Forschungsort zur Geschichte des Ghettos und des Aufstands von 1943.

Quellen

  • Franceinfo
  • Warschauer Ghetto-Museum

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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